Dein Neustart USA Podcast: Alles über Auswandern, E2-Visum & Leben in Amerika
Neustart USA: Alles über Auswandern, E2-Visum & Leben in Amerika
Willkommen bei DEM USA Auswanderer Podcast, dem ultimativen Guide für alle Deutschen, die von einem Leben in den USA träumen. In diesem Podcast erfährst du alles, was du über das Auswandern in die USA wissen musst – von den ersten Schritten der Visa-Beantragung bis hin zum Aufbau eines erfolgreichen Lebens und Geschäfts im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Jede Episode bietet:
- Experteninterviews mit erfolgreichen Auswanderern, Visa-Anwälten und Business-Coaches, die ihre Einsichten und Geheimtipps teilen.
- Praktische Ratschläge zur Navigation im US-Visasystem, einschließlich des E2 Visums für Unternehmer.
- Erfahrungsberichte von Deutschen, die den Sprung gewagt haben und ihre Geschichten und Herausforderungen teilen.
- Tipps für den Businessaufbau in den USA, speziell für deutsche Unternehmerinnen und Unternehmer.
Über Monique Menesi:
Monique Menesi ist nicht nur die Gastgeberin des Neustart USA Podcasts (Muttersprache Podcast), sondern auch eine lebende Beweisführung dafür, dass der American Dream erreichbar ist. Nachdem sie 2014 mit ihrer gewonnenen Greencard in die USA ausgewandert war, hat Monique über 40 Staaten bereist und in drei verschiedenen Staaten gelebt. Sie hat mehrere Unternehmen gegründet und erfolgreich geführt und nutzt ihre umfangreichen Erfahrungen nun, um andere Auswanderer, Gründer und Führungskräfte zu coachen und zu unterstützen.
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Dein Neustart USA Podcast: Alles über Auswandern, E2-Visum & Leben in Amerika
Real Talk. Warum verlassen alle Unternehmer Deutschland?
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Über 30 Mitarbeiter, alle zwei Jahre eine Steuerprüfung an der Backe, ein Arbeitsgericht, das ihr vorschreibt, wen sie in der Krise kündigen darf. Irgendwann hat Monique Menesi eine Entscheidung getroffen. Erst Dubai, dann Katar, dann die Schweiz, zurück nach Deutschland, und dann der Gewinn der Green Card. Seit über zwölf Jahren lebt sie mit ihrer Familie in den USA. Unternehmerisch nach Deutschland zurück?
Auf gar keinen Fall.
In dieser Real-Talk-Folge dreht sich das Mikrofon um. Masterstudent Randolf Maercker interviewt Monique für seine Forschung zum Thema Wegzug von Unternehmern aus Deutschland. Herausgekommen ist ein schonungslos ehrliches Gespräch über Push-Faktoren, Wegzugsteuer, Familie, Gegenwind und die Frage, warum immer mehr Mittelständler ihrem Heimatland den Rücken kehren.
In dieser Folge erfährst du
1. Warum Monique mit sechs Jahren angeblich schon den Koffer gepackt hatte und was sie wirklich aus Deutschland weggetrieben hat
2. Wie das deutsche System in Personalentscheidungen eingreift und was Monique nach dem 11. September vor dem Arbeitsgericht erlebt hat
3. Warum die Wegzugsteuer für sie ein Armutszeugnis ist und wen sie wirklich trifft
4. Was der Umzug mit sechs Koffern, zwei Kindern und einem Jack Russell die Familie gekostet hat und wie das Umfeld reagiert hat
5. Steuern im Vergleich. 47 Prozent Spitzensteuersatz in Deutschland gegen rund 20 Prozent Federal Tax und Staaten wie Texas und Florida ganz ohne Income Tax
6. Warum ihre Kunden heute vor allem aus Angst um ihr Vermögen gehen und der Wegzug mittelständischer Unternehmen immer stärker wird
7. Die Phase, in der die Familie nicht mehr wusste, wie Essen in den Kühlschrank kommt, und warum Monique trotzdem nichts bereut
8. Ihr wichtigster Rat an alle, die über das Auswandern nachdenken. Ein Trainingslager statt eines Kaltstarts
Mehr über Randolf Maercker: https://www.linkedin.com/in/randolfmaercker/
Du willst auch in die USA? Kostenloses Webinar: https://www.neustartusa.com/webinar
0:00 Wie kam die Entscheidung, Deutschland zu verlassen? 1:30 Mit sechs Jahren den Koffer gepackt 2:40 Dubai 2005. Goldgräberstimmung und großes Denken 4:10 Push-Faktoren. Steuerprüfungen, Regulierung, Arbeitsgericht 7:00 Bei Null anfangen. Das Risiko, Netzwerk und Kunden zu verlieren 8:10 Auswandern als Familie. Kinder einbeziehen statt überrumpeln 10:20 Warum das Emotionale schwerer wiegt als das Unternehmerische 12:30 Die haben sie nicht alle. Wie das Umfeld reagiert hat 14:15 Key Learnings bei Gegenwind aus der eigenen Familie 15:50 Die Wegzugsteuer. Ein Armutszeugnis 18:30 Bürokratie im Vergleich. Firma gründen in einer halben Stunde 20:45 Wertschätzung für Unternehmer. USA gegen Deutschland 23:30 Was Deutschland reformieren müsste 26:25 Steuern konkret. 47 Prozent gegen 20 Prozent 28:35 Vermögenssicherung. Die Angst vor Enteignung 29:55 Ups and Downs. Warum Monique nichts bereut 32:05 Das Wichtigste zum Schluss. Such dir Menschen an deine Seite
Weitere Ressourcen:
- Möchtest du in die USA auswandern? Dann ist unser kostenloses Webinar genau das Richtige für dich – wir zeigen dir, wie’s geht! Link zur Webinaranmeldung
- Auf unserer Homepage www.neustartusa.com findest du weitere Informationen!
Warum Unternehmer Deutschland Verlassen
SPEAKER_01Warum verlassen immer mehr Unternehmer Deutschland und gehen Richtung USA? Und genau dazu habe ich eine Interviewanfrage bekommen von der Universität Herdecke. Hier hat mich Randolph zu einem Gespräch eingeladen und ich habe gedacht, auch das ist für dich interessant, welche Fragen er mir stellt zum Unternehmertum in Deutschland und in den USA und die Unterschiede. Und darüber spreche ich in dieser Podcast-Folge. Also dranbleiben, denn hier erfährst du, was der gravierendste Unterschied ist. Herzlich willkommen bei Neustadt USA, dem Podcast Nummer 1 fürs Auswandern in die USA. Und egal, ob du schon einen Plan hast oder einfach nur spürst, dass Amerika dein Land ist, hier bist du auf jeden Fall richtig. Mein Name ist Monique Menisi. Ich habe schon hunderte von Menschen auf dem Weg in die USA begleitet und hier bekommst du nicht nur echte Geschichten, ehrliche Antworten, sondern auch den Mut, deinen Traum endlich anzupacken. So schön, dass du
Der Entschluss Und Erste Stationen
SPEAKER_01hier bist.
SPEAKER_00Dann erzähl mir doch bitte einmal völlig frei heraus. Wie kam es bei dir zu der Entscheidung, als Unternehmerin Deutschland zu verlassen? Nimm mich mit gedanklich an den Anfang des Prozesses und schuldere mir, wie sich dieser Entschluss jetzt tatsächlich auch bis heute entwickelt hat.
SPEAKER_01Also der Entschluss, Deutschland zu verlassen, habe ich schon ziemlich früh gehabt. Ich hatte ein Reisebürokette, als ich 1920 war, gestartet und habe die bis 2005 geführt und da hat sich so der Tourismus so ein bisschen verändert. Das Internet wurde immer stärker. 11. September hat einen großen Einbruch gehabt in der Reiseindustrie. Und da hatte ich schon die Absicht, aus Deutschland wegzugehen, weil ich über 15 Jahre mehr als 30 Mitarbeiter gehabt habe. Alle zwei Jahre eine Steuerprüfung an der Backe, ganz viele Hürden, die mir in den Weg gelegt wurden. Und zu dem Zeitpunkt sind wir dann mit der Familie erstmal nach Dubai. Das war 2005. Von dort aus sind wir dann noch nach kurz nach Katar und dann zwei Jahre in die Schweiz und sind dann im Prinzip erst wieder zurück nach Deutschland, waren dann sechs Jahre in Deutschland und haben dann die Green Card gewonnen. Und dieser Green Card-Gewinn hat uns dann die Möglichkeit gegeben, eben in die USA zu gehen. Und da sind wir bis heute noch, also seit über zwölf Jahren jetzt.
SPEAKER_00Du sagtest, du hattest dich jetzt schon relativ früh damit beschäftigt, auszuwandern. Welche Rolle spielte denn der Gedanke, im Ausland leben zu können oder auch zu grinden, schon früher in deiner persönlichen Entwicklung? Also gab es vielleicht Auslandsaufenthalte während der Schulzeit?
SPEAKER_01Ja, nee, also das nicht, aber ich fand das immer cool. Ich laut meinen Eltern wollte ich schon mit sechs Jahren auswandern. Da hatte ich wohl schon den Koffer gepackt und war mit, meine Eltern sagen immer, mit der Regierung nicht einverstanden. Also in dem Falle waren das meine Eltern die Regierung. Jetzt ist es wirklich die Regierung. Und ja, ich hatte also eigentlich immer schon den Wunsch. Aber das war nicht unbedingt politische Absicht, sondern das war mehr auch so dieses Abenteuer von anderen Kulturen lernen, lernen, wie machen es andere. Und da muss ich eben sagen, finde ich eben auch das, wo wir hier in den USA leben, eben so inspirierend, weil du hier einfach verstehst und lernst, ja, geht doch alles, macht es doch, macht es doch einfach. Und ich glaube, das hat mich schon immer so magisch angezogen, dieses unternehmerische Denken und es ist doch alles möglich, Gefühl.
SPEAKER_00Das heißt, der Schritt auszuwandern, auch dann zuerst nach Dubai, war für dich dann kein Bruch mit deinem bisherigen Weg, sondern eher dann als logische Konsequenz für deine Entwicklung als Unternehmerin. Gab es denn von den verschiedenen Standortwechseln bestimmte Tippingpoints, also Schlüsselereignisse, wo du gesagt hast, jetzt ist es genug oder das Gras auf der anderen Seite ist so deutlich grüner, jetzt schaue ich mir das einmal an?
SPEAKER_01Nee, gar nicht. Also ich muss auch ganz ehrlich sagen, ich bin nicht grundsätzlich jemand, der sagt, Deutschland ist schlecht oder ich bin undankbar, dass ich aus Deutschland komme oder dort auch die Bildung genießen durfte, dort aufwachsen durfte, das in Sicherheit aufwachsen durfte. Und ich habe das nie so empfunden, dass es woanders unbedingt besser ist, sondern ich war immer nur inspiriert über die Möglichkeiten 2005, zum Beispiel in Dubai, da war gerade, das war wie Goldgeberstimmung. Also da ist das noch ganz anders, als wie es jetzt ist. Da fingen gerade die ganzen Gebäude an, aus dem Boden zu schießen. Und ich glaube, mich hat immer fasziniert, wenn Menschen groß denken. Und ich habe nie empfunden, dass es deswegen auf der anderen Seite schlechter ist, sondern ich war immer nur an oder auch jetzt, ich bin angezogen durch die Innovation, durch die Möglichkeiten, durch die Freiheit, aber nicht, dass ich das Gefühl habe, es ist irgendwo besser oder schlechter. Das gibt es ganz häufig. Also, das haben viele so dieses Denken, aber das habe ich so nicht. Also ich für mich ist jetzt nicht da, wo ich herkomme, schlecht, nur weil es woanders vielleicht besser ist.
SPEAKER_00Gab
Frust Mit Regeln Und Kündigungsschutz
SPEAKER_00es denn trotzdem damals in deinem Geschäftsmodelle, als du noch unternehmerisch in Deutschland aktiv warst, sogenannte Push-Faktoren oder Faktoren, die dich dann in Deutschland auch teilweise frustriert haben als Unternehmerin?
SPEAKER_01Ja, total. Also das war für mich, also unternehmerisch in Deutschland würde ich auf gar keinen Fall zurückgehen. Das ganze System, wie Unternehmer besteuert werden, wie Unternehmer reguliert werden, wie du, wie unfrei du über Personal entscheiden kannst, wie der Staat eingreift in deine Personalentscheidungen. Wen musst du einstellen, wen kannst du gehen lassen. Also Beispiel, nach dem 11. September mussten wir Personal abbauen, massiv abbauen, von, ich weiß nicht, 30 Mitarbeitern oder 28 Mitarbeitern auf vielleicht so 20, einfach weil wir einen Umsatzeinbruch hatten und ich konnte nicht frei entscheiden, dass ich den schlechtesten, der am schlechtesten performt, kündige. Das habe ich trotzdem gemacht mit der Konsequenz, dass ich dann vom Arbeitsgericht geendet bin und extrem viel Abfindung zahlen musste. Und das ist einfach nicht in Ordnung, finde ich. Ein Unternehmer muss entscheiden, performance-lastig, wen er gehen lässt in einer finanziellen schwierigen Situation und wen nicht.
SPEAKER_00Okay, du hattest ja gerade schon erwähnt, was du so ein bisschen auch erwartest von den Standorten, also damals in Dubai-Gold-Grimmerschummung.
Chancen In Den USA Neu Starten
SPEAKER_00Könntest du das vielleicht einmal nochmal konkretisieren, welche Erwartungen du an deine Standorte letztendlich und auch an die USA hattest in Bezug auf die Weiterentwicklung auch deines Geschäftsmodells oder deines Unternehmertums?
SPEAKER_01Also ich hatte zu dem Zeitpunkt, als wir die Chance hatten durch die Green Card gar keine Erwartungen. Aber ich kann das natürlich jetzt aus einer anderen Sicht sehen, weil ich will natürlich auch häufig, unser Businessmodell ist ja Menschen, im Rahmen eines Investorenvisums auch in die USA zu bringen und auch zu vergleichen mit, ich sage jetzt mal in einer Schweiz, Zypern, Malta, Dubai und so weiter. Und es ist einfach in der Tat so, was ich sehr schätze, unternehmerisch an den USA, ist einfach die freie Bestimmtheit und die Chancen, hier etwas aufzubauen im Vergleich zu vielen anderen Ländern, wo es sehr starke Regularien gibt, wo es nicht möglich ist. Also du kannst dich hier in den USA eben beruflich komplett neu erfinden. Da brauchst du keinen Meisterbrief, um eine Bäckerei aufzumachen. Du brauchst keinen, ja, ich sage jetzt mal, einen versierten Background, um hier beruflich, selbstständig, erfolgreich durchzustarten. Und das finde ich sehr inspirierend, weil einfach hier zählt, was du jetzt in dem Moment machst, wie viel Arbeit du da reinsteckst. Und das ist einfach etwas, was mich immer sehr angezogen hat.
Risiko Null Start Und Netzwerk
SPEAKER_00Jetzt ist natürlich auch der Weggang oder die Überreise auch mit gewissen Risiken verbunden. Wie hast du denn damals das Risiko bewertet, durch deinen Weggang eventuelle Netzwerke oder Kundenstrukturen damals dann in Deutschland zu verlieren?
SPEAKER_01Das war in der Tat für mich der größte Faktor, auch echt noch drüber nachzudenken, ob wir es machen oder nicht. Ich war zu der Zeit sehr erfolgreich als Business-Consultant und als Führungskräfteentwickler. Ich habe für große Unternehmen gearbeitet und das war mir schon klar, ich fange jetzt hier an, kein Mensch kennt mich und ich fange einfach bei Null an. Und das war schon erstmal eine große Hürde, hat sich aber im Endeffekt herausgestellt, dass man das hier, also in den USA zumindest, sehr schnell wieder aufholen kann, weil man sich sehr schnell sich ein neues professionelles Netzwerk aufbauen kann. Und aus meiner zwölfjährigen Erfahrung jetzt in den USA kannst du hier doppelt so schnell auch dich beruflich oder vielleicht noch schneller beruflich weiterentwickeln. Also klar, man fängt erstmal bei null an, hat aber sehr viel schneller die Chance eigentlich, sich hier etwas karrieremäßig oder beruflich aufzubauen.
Familie Einbinden Und Community Aufbau
SPEAKER_00Okay, du sagtest ja schon, du hast damals schon sozusagen, du warst nicht allein in dem ganzen Prozess. Und natürlich, eine solche Entscheidung trifft man auch selten allein. Wie verlief denn damals der erste Abstimmungsprozess mit deinem Partner und deiner Familie?
SPEAKER_01Also in dem Fall war das einfach, mein Ehemann und meine Kinder, die waren damals aber acht und zwölf, die konnten natürlich noch nicht so viel entscheiden. Trotzdem haben wir sie komplett mit einbezogen. Also bevor wir die Entscheidung getroffen haben, haben wir mit denen eine große Reise gemacht. Wir haben uns Nachbarschaften, Schulen angeguckt, damit sie einfach einen Eindruck haben. Wir haben es denen natürlich auch ein bisschen verkauft, muss man auch sagen, aber wir haben sie in alle Schritte mit einbezogen. Und ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig, weil das ist schon eine ganz lebensverändernde Situation, auch in die man dann Kinder bringt, in die man sich selber bringt oder als Paar geht. Und das ist schon extrem wichtig, dass man da an einem Strang zieht und dass man so im Prozess ist. Und wenn wir mit Menschen arbeiten, die den Schritt machen, versuchen wir auch beide Partner zum Beispiel unterschiedlich abzuholen. Weil der, der den Traum hat, der geht ja seinen Weg. Aber oft gibt es einen Partner dabei, der eben noch viel Themen hat, Glaubenssätze hat oder Ängste hat oder die Familie nicht alleine lassen will oder so. Und da braucht es eben ganz, ganz viel auch Unterstützung. Und wir haben ja dafür nur auch eine große Community aufgebaut, die auch so ein bisschen familienersatzmäßig agiert. Also dann, wenn man keiner in der Zeitzone ist, dass man auch mal da ist, auch mal zuhört, dass man Freundschaften auch schon im Vorfeld vor so einem Schritt auch schließt und so. Weil wir aus eigener Erfahrung einfach gemerkt haben, dass man auch, egal auch wenn man das will, trotzdem erstmal in so ein Loch fällt und plötzlich merkt, hier ist man jetzt alleine, man hat noch keine tiefen Verbindungen mit anderen Freunden oder so. Es dauert so ein bisschen, bis man ja natürlich sich mal hier so ein Umfeld aufgebaut hat. Und in dieser Phase ist das ganz wichtig, wenn man da einfach auch so eine Community an seiner Seite hat.
SPEAKER_00Würdest du denn sagen, dass aus deiner persönlichen Erfahrung jetzt, dass die soziale Komponente meist schwerer wiegt als dann die unternehmerische?
SPEAKER_01Ja, auf jeden Fall, immer. Immer. Das Berufliche ist so viel einfacher, als emotional anzukommen und sich emotional zu festigen, in einer anderen Kultur, in einer Sprache, die man, jeder spricht Englisch, aber es ist noch ein Unterschied, ob man Englisch spricht oder hier lebt und alles auf Englisch macht.
SPEAKER_00Ja, du hast auch direkt schon das nächste Thema mit aufgegriffen und das war jetzt in eurem Fall, ihr hattet auch Kinder, ihr habt das den versucht, so ein bisschen
Kinder Schule Und Wachstum
SPEAKER_00zu verkaufen. Welches Gewicht hatte denn für euch auch der Aspekt des Bildungssystems oder auch die wahrgenommene Sicherheit für eure Familie bei eurer Standortentscheidung?
SPEAKER_01Also Standort haben wir so zufällig gefunden, muss ich sagen. Rückblickend hätte ich mir da wahrscheinlich mehr gewusst, auch bewusster Gedanken drüber gemacht. Ich glaube aber, dass Kinder an allem lernen und natürlich will man Kinder in einer sicheren Schule haben und in einem sicheren Umfeld, aber Kinder lernen auch in einem diversen Umfeld, die lernen auch oft durch nicht so einfache Situationen, weil sie aus meiner Sicht auch stärkt. Also unsere Kinder haben relativ viele Schulwechsel auch gemacht, was in Amerika auch relativ normal ist. Und ich stelle fest, jetzt sind meine Kinder ja erwachsen mit 20 und 24, dass sie unglaublich gereift sind, viel reifer sind als vielleicht andere in dem Alter und aufgrund dieser vielen Veränderungen auch gelernt haben, mit unvorhersehbaren Dingen klarzukommen. Deswegen ist es nicht immer nur wichtig, nach der perfekten Lösung zu suchen, sondern ich glaube, es ist ganz wichtig auch bei Kindern, dass man denen auch mal was zumuten kann und dass man auch versteht, wie viel die an diesem ganzen Schritt profitieren und dass man nicht immer alles ebnen muss für die, sondern dass auch Prozesse für Kinder unglaubliche Lernchancen bieten.
SPEAKER_00Okay.
Gegenwind Aus Umfeld Und Umgang
SPEAKER_00Wie hat denn damals tatsächlich euer enges soziales und auch dein berufliches Umfeld darauf reagiert, als dann die Meldung kam, wir sind weg?
SPEAKER_01Also zu dem Zeitpunkt war das ja noch nicht so mit dem Auswandern, muss man mal sagen. Wir waren da wirklich echt total die Verrückten, ja, die ein Garage-Sale gemacht haben und alles verkauft haben. Wir haben ja alles verkauft. Wir sind mit sechs Koffern, zwei Kindern, einem Jack Russell gegangen, wir hatten so 20 Kisten mit Fotoalben und so weiter untergestellt. Alles andere haben wir verkauft, verschenkt. Und ich glaube, die haben alle gedacht, in einem Jahr sind die wieder da, die sind bescheuert, die haben sie nicht alle. Meine Eltern haben das gar nicht verstanden, meine Geschwister haben das nicht verstanden, die haben das auch nicht supportet, tun die bis heute auch nicht. Die waren auch noch nie hier in den USA. Also wir haben ganz viel Gegenwind auch gekriegt. Das war nicht einfach. Das ist nicht einfach, aber das darf ich nicht abhalten, deinen Weg zu gehen, weil am Ende lebst du dein Leben. Und jetzt ist das Thema Auswandern ja so viel mehr salonfähig geworden. Es gibt wie wir Menschen, die einem dabei helfen, die viele Dinge verkürzen, vereinfachen, verbessern. Aber zu dem Zeitpunkt war das echt nicht so einfach. Also und bis heute auch Teilnehmer, mit denen wir so arbeiten, die trauen sich das nicht dem Umfeld zu sagen, aus Angst, dass da so Ablehnung. Also gerade im Moment USA-Bashing ist ja ganz viel, ne? Und Ablehnung zum Auswandern und so. Und das ist nicht einfach. Also wir haben ganz viele und Teilnehmer, die so in unserem Programm laufen, die echt auch darunter leiden, dass das so ist. Also ich, wir waren da relativ stark drin und haben gesagt, ja, wir probieren es halt, ne? Ich meine, wir können immer wieder zurückgehen. Aber das ist schon nicht so einfach. Man kriegt da schon ganz schön Gegenwind, weil man so gegen den Strom schwimmt.
Webinar Fahrplan In Die USA
SPEAKER_01Bevor es weitergeht, noch eine Sache. Wenn du gar nicht weißt, wie könnte denn dein Weg in die USA aussehen, wie könntest du das machen? Wie kannst du hier leben und arbeiten? In unserem kostenlosen Live-Webinar bekommst du den ganzen Fahrplan. Sichere dir jetzt deinen Platz über den Links, den findest du unter dem Video oder in den Shownotes hier zu dieser Folge.
SPEAKER_00Hast du da aus deiner persönlichen Erfahrung auch gewisse Key-Learnings, die du vielleicht Leuten, die sich dafür interessieren, auszuwandern, an die Hand geben könntest, wenn jetzt tatsächlich man auf einen Gegenwind auch in der eigenen Familie dann stößt, wie man damit umgehen kann?
SPEAKER_01Ich glaube, es ist ganz wichtig, sich mit anderen zu verbinden. Also wir haben ja eine Community mit über 200 Menschen, die auf diesem Weg sind, die wir begleiten. Und ich merke, wie wichtig diese Verbindung ist. Dass man merkt, man ist da nicht alleine, dass andere den gleichen Traum haben. Weil du, es geht dir ja mal an Tagen besser und mal schlechter. Und an den schlechten Tagen ist einfach wichtig, dass du dann jemanden hast, der sagst, komm, echt, guck mal, morgen ist wieder ein neuer Tag. Und dann, dass man einfach Schritt für Schritt geht. Wenn man so an diesen ganz großen Schritt denkt, ist das natürlich sehr angsteinflößend. Aber ich, man kann ja immer wieder zurück, also das Leben ist ja immer so eine Reise. Ich komme doch nicht in so einer Sackgasse an. Und viele haben eben immer Angst, Geld zu verlieren. Aber das Geld ist ja immer nur so ein Vorwand. Man hat Angst zu versagen oder man wird dem nicht gerecht oder irgendwas passiert oder so. Aber in jeder Situation ist eine Lernphase drin. Und es gibt, also ich habe noch keinen hier, zumindest aus, ich sage jetzt mal so einem deutschen Auswanderer in den USA, hier auf der Straße landen sehen. Weißt du, wie ich das meine? Also es gibt immer eine Chance, einen Job zu machen, einen Auftrag zu bekommen, Hilfe zu kriegen. Und auch wir mussten manchmal Hilfe annehmen. Und auch das ist eine Lernaufgabe und in Ordnung. Es geht immer, immer weiter.
SPEAKER_00Jetzt hast du gleich schon das nächste Thema auch wieder gleich angerissen, das Thema Geld.
Bürokratie Wegzugsteuer Und Haltung
SPEAKER_00Das Thema Geld und dass das manche auch vorschieben? Jetzt ist es ja vor allem das Bekannteste, was man so hört, wenn man sich mit dem Thema Auswandern beschäftigt, ist die Wegzugssteuer und natürlich sämtliche Bürokratie. Wenn du jetzt konkret an den Bürokratie in deinem Unternehmensalltag denkst, welche konkrete Situation hat dich da in letzter Zeit am meisten mit beschäftigt? Einmal mit Vergleichen vielleicht aus den USA und was war so das Letzte, was du damals aus Deutschland mitgenommen hattest?
SPEAKER_01Ja, also Deutschland selbstständig sein ist wirklich schrecklich. Da weiß ich gar nicht, wo ich anfange, wo ich aufhören soll. Und ich finde es auch nach wie vor schrecklich. Ich finde es wirklich ganz schlimm, dass Menschen bestraft werden, wenn sie entscheiden, nicht mehr in einem Land leben zu wollen mit einer Wegzugsteuer. Ich finde, ich verstehe überhaupt den Sinn nicht. Also für mich ist das absolut ein Armutszeugnis, dass ein Land sowas nötig hat, Menschen zu bestrafen, die beigetragen haben, die Arbeitsplätze geschaffen haben, die was gemacht haben, die mutig waren, weil sie in diesem Land keine berufliche Chance mehr sehen, die dann noch zu bestrafen, dafür zu bezahlen, das finde ich geht gar nicht. Also das ist ein Unding, ein Unding. Und das zeigt einfach die Haltung, wie mit Unternehmern und es ist ja auch einfach mal so, es trifft ja nicht die großen Unternehmer. Solche Dinge treffen ja immer Leute, die hart für ihr Geld gearbeitet haben, die wirklich sich was aufgebaut haben. Und das aus eigener Kraft. Und das finde ich total schlimm. Und das muss ich echt sagen, ist hier einfach komplett anders. Egal ob das emotionaler Support ist, wenn du sagst, ich bin selbstständig und die Menschen sagen, echt was? Boah, cool, super, wie du das machst. Oder dass du wirklich, also hier gibt es auch Bürokratie und Lizenzen und Auflagen und Steuern und all das, aber es ist einfach sehr förderlich, dass du wachsen kannst. Du kannst so viel mehr auf den Weg bringen ohne Regularien und von daher ist das für mich ein Unding, was da in Deutschland passiert. Und das ist auch sehr, sehr, sehr traurig, weil Deutschland hat so viel Innovation, die haben so viel Know-how und so viele Fachkräfte und so viel Wissen und so auch so eine eigentlich eine tolle Basis. Aber an der Stelle ist es einfach schwer, wenn da das nicht ermöglicht wird oder dass Leute bestraft werden, wenn sie mutig sind und was auf den Weg bringen.
USA Bürokratie Was Wirklich Zäh Ist
SPEAKER_00Welche Bürokratiesituation hat dich in den USA am längsten begleitet? Also was war die größte Hürde sozusagen bürokratisch? War das die Firmengründung? War das damals der Erwerb der Green Card? Vielleicht, wenn du das einmal kurz schildern könntest?
SPEAKER_01Eigentlich gar nichts, ehrlich gesagt. Also was mich am meisten Zeit gekostet hat, war, als wir die doppelte Staatsbürgerschaft beantragt haben. Aber das war auch eher wieder Deutschland, weil Deutschland das nicht anerkannt hat, dass wir die amerikanische brauchen. Das ist jetzt abgeschafft, das Gesetz. Also, das war wirklich ganz schrecklich und da gab es auch überhaupt gar keine Rechtsgrundlage für. Also das war, da musste ich wirklich mit der Presse drohen und dann hatte ich innerhalb von einer Woche, was eigentlich auch schon wieder ein Unding ist, weil ich hatte es dann und anderen wird es abgelehnt, die die gleichen, also völlig gar kein System dahinter. Und ansonsten muss ich ganz ehrlich sagen, ich weiß von vielen Fällen hier in den USA mit Menschen, mit denen wir Businesses aufbauen, dass es manchmal zäh ist, in manchen Regionen Business License zu kriegen, zum Beispiel für irgendwelche Geschäfte oder Restaurants oder sowas. Also das ist, glaube ich, ein sehr großer Punkt, wo USA wirklich kompliziert ist und manchmal old-fashion ist, wo nochmal mit Schecks bezahlt wird oder wo Webseiten undurchsichtig sind. Aber ich meine, du hast hier eine Firma in einer halben Stunde gegründet. Du machst deine, wenn du jetzt noch nicht ein großes Volumen hast, machst du vielleicht in einer Stunde deine Steuererklärung und das kannst du auch selber machen, bis du ein gewisses Umsatzvolumen gemacht hast. Du kriegst, hast du keine IHK oder im Gegenteil, du hast Verbände, so Business Communities oder Chamber of Commerce oder wie IHK, die wirklich für wenig Geld dir viel Support geben. Und also ich könnte jetzt nicht sagen, dass ich hier irgendwas, selbst American Citizenship zu machen, war so easy im Vergleich zu dieser Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft. Also mir fällt wirklich nichts hier in den USA ein, wo ich, also vielleicht das Komplizierteste ist, dass man einen Mietvertrag schwieriger bekommt, wenn man selbstständig ist und dann einen Scheck bei der Bank holen muss. Also sowas vielleicht, aber nicht wirklich was, was mich zurückgefügt. geworfen hätte.
Wertschätzung Reformen Unternehmer Klima
SPEAKER_00Dann vielleicht einmal zum Gesellschaftsklima. Du hattest es ja auch jetzt schon angesprochen. Das heißt, wenn man selbstständig ist, dann kommt man in den USA eher noch Rückenwind und sagt, wow, das ist ja cool, was du machst, wenn dann vielleicht auch dann mal nach dem Erfolg vielleicht ein neues Auto in der Einfahrt steht, dann klingelt der Nachbar und sagt vielleicht mal Gratulationen, was machst du da? Gibt es da eine Möglichkeit? Der Stereotyp ist ja in Deutschland eher, dass erstmal grimmig geschaut wird und gefragt hat, wie hat der das denn erreicht, hat er irgendwie krumme Mittel benutzt, um jetzt sozusagen erfolgreich zu werden. Wie nimmst du denn jetzt persönlich die Wertschätzung für unternehmerische Leistung in Deutschland da? Einmal vielleicht damals, als du noch in Deutschland unternehmerisch aktiv wirst und jetzt einmal noch retrospektiv, wo du jetzt den weiteren entfernten Blick darauf hast?
SPEAKER_01Ich habe nicht mehr so viel mit Deutschland zu tun, muss ich sagen. Außer dass ich jetzt seit gut einem Jahr in so einer europäischen Mastermind bin, wo Top-Unternehmer aus dem Dachraum drin sind. Und ich glaube, dass da in Deutschland ganz viel passiert ist, dass Menschen sich privat, persönlich Unternehmer zusammengetan haben, um sich zu unterstützen. Und das ist ja auch wieder was Gutes, wenn das dabei rausgekommen ist. Ansonsten kann ich da bezogen auf Deutschland nicht so viel sagen, weil ich zweimal im Jahr in Deutschland bin oder in Europa vielmehr und kann einfach, ich beschäftige mich auch gar nicht mehr so ganz viel mit Deutschland, weil es wirklich, warum? Also ich habe da nicht mehr vor zu leben, ich habe da nicht vor, ein Business zu haben und dann interessiert mich das auch nicht. Ich glaube aber, dass viele junge Start-ups sich das einfach nicht mehr gefallen lassen und dadurch ganz viel Tolles entstanden ist in Deutschland oder in Europa, was ich so beobachte. Viele Kongresse, Podcasts, Bücher, Masterminds und so. Und das finde ich so ein bisschen auch das Amerikanische, ne? Es gibt ja hier auch ganz viel und das finde ich richtig, richtig gut. Dass da, man sieht ja auch so wie Höhle der Löwen, ne? Ich meine, das kommt ja alles auch aus den USA mit Shark Tank und so. Und das finde ich richtig, richtig gut. Allerdings muss natürlich auch was auf der staatlichen Seite passieren, dass es einfach für die leichter ist, dann auch erfolgreich zu sein mit so einem Business, ne? Und nicht tausend Steuerhürden in den Weg gelegt bekommen. Ich glaube, dass ganz viel sich verändert hat, dass, also ich war ja sehr früh selbstständig, da war ich auch alleine, da gab es uns keinen, ich war wirklich wie auf so einer Insel, ich war so ein Einhorn. Ich hatte Glück, meine Eltern waren selbstständig, dass ich da Verständnis hatte. Aber ich glaube, heutzutage gibt es schon sehr viel mehr Selbstständige, die sich dann auch zusammentun. Also das, glaube ich, ist sehr, sehr toll. Und hier in den USA ist es eben ganz normal.
SPEAKER_00Also da. Die Thema Unterstützung vom Staat. Du bekommst ja sicherlich noch ab und zu die Entscheidung mit von der aktuellen Regierung sicherlich. Gibt es da bestimmte Dinge, bestimmte Entscheidungen auch aus der deutschen Politik, die deine Sicht auf den Standort auch vielleicht nochmal geprägt haben? Und was sind aus deiner unternehmerischen Perspektive Dinge, die in Deutschland reformtechnisch geschehen müssten, um sozusagen Deutschland für Unternehmer wieder attraktiv zu machen?
SPEAKER_01Also ich krieg da natürlich sehr viel mit, weil wir einfach wahnsinnig viel Zuspruch bekommen, dass wir wirklich tolle Unternehmer, die in Deutschland sieben, achtstellige Businesses haben, hier begleiten. Also wir begleiten ja nicht nur Menschen, die einfach Polizeibeamte, Lehrer, was weiß ich, Angestellte, die hier mit uns den Weg in die USA gehen, sondern auch Top-Unternehmer, die sagen, also jetzt reicht's, ich will jetzt wirklich hier weg, weil geht gar nicht mehr und ich verlagere quasi meinen Standort in die USA. Und was da von denen kommt, sind wirklich diese steuerlichen Hürden, also was versteuert wird, also es fängt ja an mit Geldwertvorteil, eben diese Wegzugsbesteuerung, was alles da so involviert ist, auch diese engmaschige Unterstellung, man würde sozusagen, wenn man Unternehmer ist, immer Steuern hinterziehen. Und da spreche ich ehrlich gesagt aus eigener Erfahrung, wenn man eine Steuerprüfung kriegt, kommen die mit der Haltung, dass du was nicht richtig gemacht hast. Das ist hier ganz anders. Also hier ist immer im Zweifel für den Angeklagten und das ist nie, dass du es absichtlich sozusagen hier machst, bis es vielleicht belegt ist. Und ich glaube, das ist ein ganz, ganz großer Punkt von Unternehmern, die wir auch begleiten auf dem Weg, dass sie sich nicht gewertschätzt fühlen, dass sie keine Unterstützung kriegen, dass sie gerade wenn sie im Bereich 7-, 8-stellig sind, das überhaupt gar keinen Sinn mehr machen. Also wir haben jetzt einen Teilnehmer, der musste eine, man weiß natürlich immer nie, was da wirklich noch hintersteckt, aber so eine große Nachzahlung machen, hatte auch keine Möglichkeit, das in Teilzahlungen zu machen. Das musste in einer Summe sein. Und das sind all so Dinge, wo ich so denke, ja, aber Mensch, ey, der hat fünf Mitarbeiter. Also der zahlt Mitarbeiter und die zahlen Lohnsteuern. Und da muss man doch irgendwas machen können. Und das ist so, ja, also der Trend ist wirklich nicht nur, dass Menschen sowieso hier leben wollen, sondern der Wegzug von mittelständischen Unternehmen wird immer krasser, egal wohin, aber eben auch sehr viele hier in die USA, einfach weil wir hier wirtschaftsmäßig, marktmäßig einfach noch so viele Möglichkeiten haben. Und das ist aus meiner Sicht auch echt verständlich.
Steuern Absetzen Und Verdienen
SPEAKER_00Jetzt einmal direkt zu den Steuern, weil das natürlich das Hauptargument ist eigentlich, was man in Deutschland hört, wenn jemand wegzieht, ah, du möchtest bestimmt nur Steuern sparen. Welches Gewicht hatten jetzt rein finanzielle Aspekte, wie zum Beispiel die persönliche oder betriebliche Steuerlast für deinen Abwägungsprozess? Und wie schätzt du das ein? Wie sieht das bei euren Kunden aus?
SPEAKER_01Also für mich hatte das damals gar kein Gewicht, weil ich hatte noch gar keine Vorstellung, was wir hier so machen, muss ich sagen. Also da habe ich mehr, also das Finanzielle war für uns gar nicht der Aspekt. Aber wenn du denkst, was ist Deutschland, 47 Prozent fast mittlerweile, je nach Spitzensteuersatz, ne? Und du hast hier im Schnitt etwas über 20 Prozent, hast aber natürlich nochmal ganz andere Möglichkeiten, Dinge abzuschreiben. Klar, du hast auf der Kostenseite ein bisschen mehr, dann hast du aber Staaten wie Texas oder Florida, wo du keine Income-Tags hast. Das heißt, du zahlst nur Federal Tax, ne? Und Federal Tax sind eben diese 20 Prozent. Und auch da hast du, du hast hier, ob das ist mit deinem, du musst natürlich auch dein Auto versteuern, aber das ist wieder anders. Da gibt es dann einen Pauschalbetrag. Dann kannst du, ich sage jetzt mal, wenn ich Fingernägel machen gehe, machen lassen gehe und ich produziere Content, dann kann ich das Geld absetzen. Ja, macht ja auch Sinn. Ich muss, für das ich nächste Woche ein Videodreh habe, muss ich ordentlich aussehen. Und diese Kosten kann ich, wenn ich die plausibel erkläre, hier ohne Probleme von der Steuer absetzen. Es gibt sogar Yachten, die abgesetzt werden, wenn man nachweisen kann, dass dort Deals stattgefunden haben, weißt du? Also das ist so eben anders. Und das sind einfach Dinge, die kommen ja noch oben zu. Auf der anderen Seite habe ich natürlich deutlich mehr Kosten, wenn ich jetzt zum Beispiel einen Laden anmiete, die sagt immer Brick and Mordar, also Ladengeschäfte sind deutlich teurer, Lohnkosten sind auch recht hoch hier, ne? Also Menschen verdienen hier deutlich mehr. Aber in der Summe glaube ich, dass Unternehmer hier deutlich mehr verdienen können als in Europa oder in Deutschland.
SPEAKER_00Okay.
Vermögen Sicherheit Und Angst Vor Enteignung
SPEAKER_00Inwiefern spielt dir denn der Gedanke der eigenen persönlichen langfristigen Vermögenssicherung oder der wirtschaftlichen Stabilität bei diesem Wandel für dich eine Rolle? Und vielleicht auch jetzt bei den Unternehmern, die größere Summen sieben, achtstellig bewegen, da kann es natürlich auch sein, dass da die Vermögenssicherung vor allem auch ein Aspekt ist.
SPEAKER_01Also wir sind damals mit ziemlich wenig gekommen. Wir haben uns dann noch gar nicht, also wir waren da wirklich auch sehr naiv, wir haben uns gar nicht viel Gedanken drum gemacht. Aus der Sicht unserer Kunden ist das ein richtiges Ding. Also das ist einer der Hauptfaktoren, dass die den Schritt gehen, weil die Angst haben, dass sie enteignet werden, dass sie Angst haben, dass sie ihr eigenes, ihre eigenen Immobilien nicht mehr so nutzen können, wie sie das eigentlich als Altersvorsorge gedacht haben. Und einer der für viele ist einer der Treiber, eben ihr Vermögen in den sicher ins Ausland zu bringen und es nicht in Deutschland zu lassen, weil da eine ganz große Unsicherheit und Angst ist, dass das irgendwann beschlagnahmt wird oder kompliziert gemacht wird oder abgewertet wird. Und das ist einer der Haupttreiber und auch mit einem gewissen zeitlichen Druck momentan empfinde ich das für viele, die eben Vermögen haben in Deutschland.
Höhepunkte Zweifel Und Keine Reue
SPEAKER_00Wenn du jetzt einmal retrospektiv schaust, auf deine Entscheidung, in die USA ausgewandert zu sein, was waren so die vielleicht ein paar der positivsten Momente, wo du dich besonders bestärkt gefühlt hast in deiner Entscheidung und gibt es vielleicht auch ein, zwei Momente, wo ihr daran gezweifelt habt, ob das jetzt der richtige Schritt war?
SPEAKER_01Die Frage stelle ich in der Tat immer in meinem Podcast auch, wenn ich Auswanderer interviewe, ich habe ja einen großen Podcast mit über 270 Folgen derzeit und das ist immer exakt die Frage, was würdest du anders machen oder was bereust du? Und ich glaube, es hatten wenige haben gesagt, dass sie irgendwas bereuen. Und das muss ich auch ganz ehrlich sagen, ganz im Gegenteil, mein Papa hat irgendwann mal zu mir gesagt, Monique, ganz ehrlich, du warst doch so erfolgreich in Deutschland und all das, was du so gemacht hast, das hättest du doch auch gut in Deutschland machen können. Und meine Antwort war darauf, bestimmt. Also wahrscheinlich wäre ich genauso erfolgreich in Deutschland, vielleicht auch erfolgreicher, wer weiß das, aber ich wäre nicht der Mensch, der ich war. Und wir haben ziemlich viele Ups und Downs gehabt. Also wir haben schon eine Phase gehabt, wo wir nicht mehr wussten, wie wir Essen in den Kühlschrank kriegen und haben eine Phase, wo wir in kurzer Zeit ganz viel Geld verdient haben und alles dazwischen. Also ich habe wirklich, wir haben das typische amerikanische Rollercoaster. Und ich muss sagen, die Phasen, die am schlimmsten waren, haben mich im Leben beruflich, menschlich am meisten vorangebracht. Und deswegen ist es totaler Schwachsinn, irgendwas zu bereuen, weil in allem liegt so viel Chance und so viele Learnings drin. Und das hat mich zu diesem Menschen gemacht, den ich jetzt bin, mit dem Erfahrungsschatz, den ich jetzt habe und auch mit den Erinnerungen, die ich habe. Also mein Leben ist so reich an vielen Sachen, an allem. Es ist ein riesengroßes, reiches Leben bis jetzt und es ist ja noch lange nicht um, dass ich gar nichts anders machen würde. Gar nichts. Ist genauso gut, wie es ist. Weil das hat mich ja da hingebracht, wo ich jetzt bin. Und ich weiß ja auch gar nicht, was gekommen wäre, wäre es nicht so gewesen. Also es gibt nichts zu bereuen, es gibt nur dankbar zu sein für jeden Weg, den man gehen durfte und für jedes Learning, was man lernen durfte.
SPEAKER_00Wenn du jetzt unser Gespräch nochmal einmal kurz inhaltliche Revue passieren lässt, gibt es dann einen bestimmten Themenbereich, sei es jetzt die Familie, die finanziellen Rahmenbedingungen, die Bürokratie oder eben auch finanzielle Aspekte, wo wir etwas noch nicht beleuchtet haben, wo du aber aus deiner Erfahrung sagst, das ist besonders wichtig, nochmal zu erwähnen?
Vorbereitung Trainingslager Und Abschluss
SPEAKER_01Ja, also ich glaube, so zusammenfassend, auch aus meiner Geschichte, damals gab es noch nicht viel, da haben noch nicht Menschen Unis sich damit beschäftigt, ne? Ich glaube, das Wichtigste ist, dass du dir Menschen an deiner Seite suchst. Das ist, glaube ich, ein ganz, ganz, ganz wichtiger Aspekt, dass dieser Schritt, man kann vieles heutzutage durch AI, durch Webseiten, Instagram und was auch immer an Informationen kriegen, aber oft kommt das Emotionale da zu kurz. Und ich glaube, es ist ganz wichtig, sich mit anderen Menschen zu vernetzen, die den Schritt gegangen sind oder auch vielleicht auf dem Weg sind und sich wirklich da auch in sich zu investieren. Also ich glaube, der wichtigste Part ist immer erstmal, dass man selber bereit ist, dieses Projekt stemmen zu können und da sich darauf vorzubereiten. Ein bisschen wie so ein Trainingslager, ein Marathon laufen zu können. Also nicht einfach am Start plötzlich stehen und sagen und jetzt geht's los, sondern wirklich ein Trainingslager darauf hingehen zu machen, dass man diesen Schritt wirklich richtig gut macht. Das hätte ich mir gewünscht. Das gab es damals noch nicht. Und ich sehe, was das einen Unterschied macht, wenn wir Leute wirklich ein Ja vor so einer Auswanderung begleiten auf dem Weg.
SPEAKER_00Okay, super. Dann danke ich dir erstmal für die für wirklich tiefen und ehrlichen Einblicke auch in deine Laufbahn, auch mit den vielen Hürden, mit denen du zu kämpfen hattest und jetzt eine erfolgreiche Unternehmerin in den USA bist. Und damit würde ich den offiziellen Teil jetzt hier sozusagen beenden, das offizielle Interview. Und ich danke dir nochmals, vielmals für deine Zeit.
SPEAKER_01Sehr, sehr, sehr gerne. Das war's.
Abonnieren Like Review Und Tschüss
SPEAKER_01Das war Neustart USA, die Nummer 1 fürs Auswandern und Leben in den USA. Danke, dass du dabei warst. Bleib auf jeden Fall dran, abonniere den Podcast oder subscribe den Kanal hier. Und mach den ersten Schritt in dein neues Leben. Also bis zur nächsten Folge. Schön, dass du da warst. Hinterlass einfach mal ein Like oder eine Review. Da freuen wir uns ganz besonders drüber. Deine Monique.